06.01.2016

Hälg holt erse Weltcuppunkte

Image Hälg holt erse Weltcuppunkte

Bei der fünften Etappe der Tour de Ski (15-km-Massenstartrennen – klassische Technik) lief es dem Liechtensteiner Philipp Hälg wie am Schnürchen. Mit Rang 28 feierte er drei Weltcuppunkte und sein bestes Karriereresultat.

Eine lange Reise nahmen Philipp Hälg und Trainerin Martina Negele gestern nach dem Rennen in Angriff. Bei Scheefall ging es während mehrerer Stunden von Oberstdorf zum nächsten Etappenort Toblach. Glücklich lässt es sich allerdings viel besser reisen – die Stimmung im Bus war dementsprechend fröhlich und die Reisezeit denn auch gefühlt kürzer. «Ich bin wirlich happy. Das ist mein bestes Karriereresultat. In Sotschi an den Olympischen Spielen wurde ich zwar 27., doch dort dürfen pro Nation nur die stärksten vier Athleten an den Start. Hier war dies anders und das Niveau darum höher. Die Norweger oder die Deutschen können hier zehn Topläufer starten lassen», begründet Hälg.


Nur drei Startlinien

Ein Nachteil für Hälg war, dass er spät starten musste. In der letzten Startlinie musste der Liechtensteiner ran, umso höher ist das Resultat einzuschätzen. «Am Start war ich in der dritten Startgruppe und sah vorne die Weltelite. Für mich war somit klar, dass ich ruhig laufen und versuchen muss, die wenigen Lücken, die sich auftun, zu nutzen, um Plätze gutzumachen», so Hälg. Tatsächlich gelang dies hervorragend und auch dank einer intelligenten Überlegung. Die Kurve nach der ersten Abfahrt hatte es in sich. Sämtliche Sportler um Hälg zogen eng in die Kurve. «Ich dachte mir, wieso nicht aussenrum. Ich fuhr an der Bande den weiteren Radius und konnte damit einige Rangierungen gutmachen.»


Fighten bis zum Schluss

Im Verlauf des Rennens steigerte sich Hälg und liess immer wieder Athleten hinter sich. Ab der fünften Runde machte die Spitze Tempo und hinter Hälg fielen mehr und mehr Athleten zurück. «Ich wusste gegen Ende des Rennens, dass ich um den 30. Rang herum liege, aber nicht genau auf welchem Platz. Es war klar, dass ich nun kämpfen musste, um die Chance auf Welt- cuppunkte zu wahren», erklärt Hälg. Der Liechtensteiner nutzte die Chance und lief nur knapp hinter dem Gesamtführenden Martin Johnsrud Sundby (Nor – 23.) ins Ziel. Er büsste auf den Sieger, Alexey Poltoranin aus Kasachstan, 1.11.2 Minuten ein.


Heute Ruhetag

Trainerin Martina Negele freute sich mit Hälg. «Es passte heute wirklich viel zusammen. Philipp ist ein Sportler, der die Belastung von vielen Rennen hintereinander gut verträgt. Es ist nun aber auch wichtig, dass wir den Ruhetag gut nutzen und Philipp sich erholen kann», so Negele. Am Dienstag klassierte sich Hälg anlässlich der vierten Etappe auf Rang 60. In der Sprintqualifikation in der klassischen Technik büsste er auf den Schnellsten, den Finnen Martti Jylhae, 13.73 Sekunden ein und verpasste die Finalläufe deutlich. Der schnelle Finne legte die 1,2 km in 2:23.99 Minuten zurück.

Am Freitag geht die Tour de Ski in Toblach mit einem 10-Kilometer-Skatingrennen weiter. Nachher geht es nach Val di Fiemme, wo die letzten beiden Etappen über die Bühne respektive die Loipen gehen werden.

Text: Liechtensteiner Vaterland