01.03.2017

Philipp Hälg mit Rücktritt

Image Philipp Hälg mit Rücktritt

Nachdem Philipp Hälg seinen Rücktritt per Ende Saison ankündigte, läuft er an der Ski WM in Lahti auf den 30. Platz. Dies ist gleichzeitig seine persönliche Bestleistung an einer WM

Es war wohl sein letzter Einsatz an Weltmeisterschaften. Philipp Hälg gab nach seinem gestrigen Einsatz in Lahti (Fin) überraschend seinen Rücktritt vom Spitzensport bekannt. Überraschend auch deswegen, weil der Schaaner Langläufer bei seinen beiden Einsätzen in Lahti starke Leistungen zeigte. Beim Skiathlon am Samstag lief Philipp Hälg auf den 35. Rang. Ein gutes Ergebnis, wonach er sich für das gestrige Rennen über 15 Kilometer klassisch hohe Ziele gesteckt hat. «Ich wollte in die Top 30 laufen. Ich habe den 30. Rang erreicht und bin darüber sehr glücklich», erklärte Hälg nach dem gestrigen Rennen.

Kampf mit schwierigen Bedingungen
Die warmen Temperaturen in Lahti machten das Vorhaben für die Athleten enorm schwierig. «Die Loipe war ganz anders als noch am Samstag», meinte Hälg. In der Nacht auf Mittwoch habe es in Lahti geregnet, was die Piste aufweichte und das Laufen erschwerte. «Die Spur war extrem weich, wodurch es sehr schwer war, gut zu laufen.» Die hohen Temperaturen würden vor allem der Piste zusetzen, körperlich merke man kaum einen Unterschied. Trotzdem lief das Rennen für den Liechtensteiner eigentlich so, wie er sich das vorgenommen hatte. Er erklärte, dass er auf dem ersten Kilometer seine liebe Mühe gehabt habe. «Da- nach habe ich einen guten Rhythmus gefunden, welchen ich über die restliche Renndistanz gehen konnte», so der 26-Jährige. Auch dies sei nicht ganz so einfach gewesen, denn auf dem 7,5 Kilometer langen Rundkurs, auf welchem zwei Runden zu absolvieren waren, musste man sein eigenes Tempo finden und konnte sich nicht an seinen Mitläufern orientieren.

Letztlich war der Liechtensteiner mit seinem Abschneiden an den Weltmeisterschaften in Lahti sehr zufreiden. «Die gezielte Vorbereitung auf die WM hat sich gelohnt. Die Leistungen haben gepasst und auch das Material war super. Das war eigentlich meine beste Leistung in dieser Saison», erklärte ein glücklicher und erschöpfter Philipp Hälg, der nach 39:34,8 Minuten über die Ziellinie kam . Gewonnen wurde das Rennen von dem Finnen Iivo Niskanen, der mit einem starken Auftritt vor Martin Johnsrud Sundby und Niklas Dryhaug triumphierte. Hälg verlor 2:50,8 Minuten auf Niskanen.

Die grosse Überraschung nach dem Rennen
Nachdem das Rennen vorbei war, folgte eine Meldung, die so wohl kaum einer erwartet hatte. Philipp Hälg verkündete, dass er nach dem Saisonende vom Spitzensport zurücktreten wolle. In einer Pressemitteilung und im Gespräch gab der 26-Jährige über seine Beweggründe Auskunft. «Jeder macht eine Entwicklung durch. In der Vorbereitung auf diese Saison habe ich schon be- merkt, dass mein Kopf manchmal mehr Auszeiten brauchte», erklärte Hälg. Bei ihm sei das Feuer etwas erloschen: «Das Kribbeln im Bauch vor einem Rennen war nicht mehr so da wie früher, und im Spitzensport braucht es hundertprozentigen Einsatz, ansonsten bringt es nichts», so Hälg, der an der Stelle angekommen war, wo es ihm schwerfällt, diesen Einsatz zu zeigen. Die Entscheidung, den Spitzensport an den Nagel zu hängen, fiel dem Schaaner dennoch alles andere als leicht. «Es war eine sehr schwierige Entscheidung, aber letztlich wohl die richtige. Der Sport hat mich eigentlich mein ganzes Leben begleitet. Jetzt freue ich mich aber auch auf die neuen Herausforderungen.» Philipp Hälg wird in Zukunft zwar selbst keine Rennen mehr bestreiten, von der Loipe will er sich aber keinesfalls verabschieden: «Man wird mich dort weiter häufig antreffen. Langlaufen ist nach wie vor eine der schönsten Sportarten, die es gibt», so Hälg, der sich durchaus vorstellen kann, in Zukunft auch eine Funktion beim Nordic Club zu übernehmen. Vorerst werde er aber nur helfen, wenn es ihn brauche.

Nach dem Spitzensport folgt die Lehre
Seit sechs Jahren lief Philipp Hälg als Vollprofi über die Loipe- eine Zeit, die er auf keinen Fall missen möchte. «Ich konnte sehr viele Erfahrungen sammeln. Dieser Abschnitt war eine wichtige Lebensschule.» Nun folgt für den mittlerweile 26-Jährigen der Einstieg in die «normale» Berufswelt. Hälg weiss schon genau, was er machen will. Er beginnt eine Lehre beim Forst. «Ich bin sehr gerne in der Natur und mir gefällt das Arbeiten mit Holz. Ich habe schon einige Praktika beim Forst absolviert und dort gearbeit», so Hälg, dem die Entscheidung für seinen weiteren Werdegang dadurch sehr leicht fiel. «Ich habe auch schon immer gerne mit der Motorsäge hantiert. Auch das Schnitzen war schon länger ein Hobby von mir.» 

 

Quelle: Liechtensteiner Vaterland